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„Utopien der Gegenwartskunst nähert sich dem Verhältnis von Utopie, Politik und Kunst nach 1989 aus einer dezidiert postutopischen Perspektive. Demnach, so argumentiert der Kunstwissenschaftler und Künstler Sebastian Mühl, arbeite sich die Kunst der Gegenwart kritisch-reflexiv an den Projekten der Moderne und der Avantgarde ab und befrage deren soziale, politische als auch künstlerische Utopien. Aus dieser Befragung heraus entwickelt sie neue Futuritäten, die sich erheblich von den großen Erzählungen und Utopien der Moderne und den gescheiterten Zukunftsentwürfen und sozialrevolutionären Bestreben der Avantgarde unterscheiden. Die universellen Utopien der Moderne, die auf eine Einheit und einen transhistorischen Ort hinauslaufen, sind in der postsozialistischen und postkolonialen Gegenwart dem Lokalen, Partikularen und den „konkreten Utopien“ (Ernst Bloch) gewichen.“ (Text: Christoph Chwatal)