The film is an essay on the utopian city of Zlín. The film stages Vélke Kino, formerly the largest cinema in Europe, and reflects on the history of the town as well as the different political roles cinema has played out within the history of political avant-garde movements in Europe. One part of the film stages the upheavels of May 68 at the Cinémathèque Francaise in Paris and thus brings together different models of political agency in cinema: being the place of emancipatory politics (as in the case of Zlín) or being the place of political and cultural critique (as in the case of the Cinémathèque). Memory of Fictions thereby intermingles historic footage of Zlín and other places with fictional elements taken from various motion pictures.

 

Sebastian’s Film Memory of Fictions premiered at Luru-Kino Leipzig on 25th March 2015.

 

„Sebastian Mühl setzt sich auch im Rahmen seiner aktuellen Arbeit mit der politischen und gesellschaftlichen Symbolkraft von Architekturen vor dem Hintergrund der politischen und ästhetischen Emanzipationsbewegungen des 20. Jahrhunderts auseinander. Der Filmessay „Memory of Fictions“ widmet sich insbesondere dem Kino als neuralgischem Ort für diese gesellschaftlichen Prozesse. Maßgeblich ist dabei die künstlerische Beschäftigung mit dem großen, in den 1930er Jahren erbauten Kino in der tschechischen Modell-Stadt Zlín, das als signifikanter Bau der Moderne von einem Schüler Le Corbusiers für den Schuhfabrikanten Batà entworfen wurde und seinerzeit mit 2500 Sitzplätzen über den größten Kinosaal Europas verfügte. Signifikant ist das Gebäude, dem sich Sebastian Mühl mit eigenem und vorgefundenem Material im Format der Collage bzw. des Essays annähert, insofern, als es die Korrumpierung moderner Architekturutopien durch weit fortgeschrittene Rationalisierung und Verkürzung widerspiegelt. Genau um solche gesellschaftlichen und politischen Prozesse von Utopiebildung in der Avantgarde und deren Scheitern geht es Mühl im Zentrum seiner jüngsten Projekte.“ Dr. Ralf Hartmann (Direktor Kunstverein Tiergarten – Galerie Nord, Berlin)