Die visuelle Kultur der Gegenwart ist nicht mehr losgelöst von ihrem Erscheinen in und auf digitalen Screens, Displays und Plattformen zu verstehen. Während Film, Video und Fotografie den digitalen Wandel bereits seit langem vollzogen haben, ist in jüngster Zeit auch die Malerei, Skulptur und Installation in ihrer Medialität zunehmend von Digitalem durchzogen (3D-Print, digital painting). In gegenläufiger Perspektive erfährt das Analoge eine nostalgische Aufwertung und wird zur Liebhaberei verklärt – im Revival des analogen Schmalfilms oder in der Polaroidfotografie.

 

Die Lehrveranstaltung betrachtet unterschiedliche Perspektiven und theoretische Ansätze, welche die Ästhetik visueller Medien im Umbruch von analogen zu digitalen – sowie in jüngster Zeit zu postdigitalen – Produktions-, Distributions- und Rezeptionsweisen zu fassen versuchen. Die Studierenden werden befähigt, theoretische Ansätze hinsichtlich einer spezifisch „digitalen“ Ästhetik – etwa in Film, Video und Fotografie, aber auch in Malerei und Installation – vor dem Hintergrund von Digitalität als zeitgenössischer Produktionsnorm anzuwenden und entlang der Diskussion exemplarischer Beispiele interpretatorische Fähigkeiten der Bild- und Kunstkritik zu gewinnen.

 

In der Lehrveranstaltung werden einschlägige Texte gelesen, die Digitalität auf den unterschiedlichen Feldern von Kunst und Populärkultur perspektivieren. Dabei geht es vor allem darum, die jeweiligen Texte mit praktischen Beispielen in Verbindung zu bringen (Digitale Malerei, 3D-Druck und VR Sculptures, Instagram exhibitions, u.a.). Texte u.a. von: Walter Benjamin, Felix Stalder, Hito Steyerl, Alexander R. Galloway, Tiziana Terroanova, Claire Bishop, David Joselit, Artie Vierkant. Künstlerische Beispiele: Hito Steyerl, Oliver Laric, Seth Price, Artie Vierkant, Camille Henrot, Pussykrew, Project Aero, u.a.